Nie wieder Hiroshima

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Hiroshima und die Folgen des Atombombenabwurfs

Ausgerechnet ein Krankenhaus: Als die erste Atombombe, die jemals in einem Krieg gezündet wurde, am 6. August 1945 explodierte, hatte der Pilot sein eigentliches Ziel, die 250 m entfernt befindliche Aioi-Brücke, knapp verfehlt. Stattdessen explodierte die Bombe um 08:16 h Ortszeit über der Shima-Klinik in Hiroshima. Über 90.000 Menschen waren sofort tot. Etwa 130.000 Menschen verstarben in den folgenden fünf Monaten. Die gesamte Innenstadt ging in Flammen auf, Druckwelle und Feuerball sorgten für eine völlige Zerstörung der Stadt. Den Rest erledigte der sogenannte Fallout – ein Niederschlag radioaktiv verseuchter Trümmer.

Das Leiden hält an

Noch heute gibt es eine spezielle Bezeichnung für Menschen, die den Abwurf überlebten: Hibakusha. Und bis heute leiden die Hibakusha und ihre Nachfahren nicht nur an den körperlichen und seelischen Folgen, die die Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki (9. August 1945) auslösten. Sie gehören auch zu einer in Japan vielfach diskriminierten Bevölkerungsgruppe, da es viele Menschen gibt, die fürchten, ihre durch die Strahlung verursachten Erkrankungen könnten ansteckend oder vererbbar sein. Daran konnte auch die Ernsthaftigkeit, mit der in Japan Jahr für Jahr der Opfer von Hiroshima und Nagasaki gedacht wird, nichts Entscheidendes ändern.

Ärzte und Studierende für Frieden und gegen die Nutzung von Atomtechnologien

Aufklären, informieren, beraten, die Nutzung von Atomwaffen ächten – diese Ziele verfolgt der 1980 gegründete Verein „International Physicians for the Prevention of Nuclear War“ (IPPNW). In Deutschland arbeitet der Verein unter dem Namen „Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung e.V." Zu den 6.500 Mitgliedern zählen überwiegend Ärztinnen und Ärzte, Physiotherapeut(inn)en sowie Studierende der Medizin.

Für Frieden und Menschenwürde, gegen Atomwaffen und Atomtechnologien

Der Verzicht auf Atomtechnologien aller Staaten, der Einsatz für Frieden und Menschenwürde auf allen Kontinenten gehören zu den erklärten Zielen des Vereins, der weltweit in 60 Ländern aktiv ist und dem im Jahr 1985 der Friedensnobelpreis verliehen wurde. Die Arbeit des Vereins erfolgt vorwiegend präventiv durch Aufklärung und Beratung, Vorträge und Kongresse, Gedenkveranstaltungen und Mahnwachen. Der Erlös des Konzertes von Umi Garrett in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche wird dem Verein zugutekommen.

Umi Garrett: extrem talentiert, vorbildlich engagiert

Sie ist Amerikanerin mit japanischen Wurzeln. Und sie feiert im August ihren 16. Geburtstag, nur wenige Tage nach dem Konzert, das sie zum Gedenken der Opfer von Hiroshima und Nagasaki gibt: Umi Garrett, jenes Ausnahmetalent, das mit 8 Jahren erste Preise als Pianistin entgegennahm und mit 9 Jahren ein Album veröffentlichte. Chopin liegt ihr ebenso wie Bach oder Mozart. Und sie beweist nicht zum ersten Mal, dass sie nicht auf einem künstlerischen Egotrip unterwegs ist, sondern sich auch sozial engagiert. Ihre Konzertreihe, die Kizuna Concert Series, widmete sie 2013 den Opfern des Tōhoku-Erdbebens, das Japan 2011 mit den bekannten Folgen heimgesucht hatte. 2015 nahm sie dann die Einladung des Hiroshima Symphony Orchestra an, auf einer Gedenkveranstaltung zum siebzigsten Jahrestag der Unterzeichnung des Friedensvertrages zwischen den USA und Japan zu spielen.

Ein großartiges Konzert mit ebenso großartigen Veranstaltern

Am 6. August kommt die international gefeierte Pianistin nun nach Berlin, um in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche ein Konzert zu geben. Auf dem Programm stehen Werke von Bach, Mozart, Chopin und Liszt. Der Eintritt ist frei – um Spenden wird gebeten. Die Veranstaltung findet unter der Schirmherrschaft der japanischen Botschaft in Deutschland statt. Sowohl der japanische Gesandte, Kiminori Iwama, ein Vertreter von IPPNW, Dr. Peter Hauber, und ein Pfarrer der evangelischen Kirche, Martin Germer, werden anwesend sein.

Unterstützer und ein inständiger Wunsch

Unterstützt wird die Veranstaltung von der C. Bechstein Pianofabrik AG, von Kizuna-Berlin e.V., vom Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin, der Japanischen Industrie- und Handelsvereinigung in Berlin e.V. und von uns, von M+S Piano-Express GmbH.

Wir freuen uns, ein so wichtiges Ereignis durch den Transport des Bechsteinflügels mitgestalten zu dürfen, und wünschen den Veranstaltern viel Erfolg – auch bei der Durchführung der Spendensammlung. Mögen der Welt weitere grauenhafte Ereignisse wie die Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki für alle Zeiten erspart bleiben.

Veranstaltungsdaten:

Titel: Nie wieder Hiroshima – No more Hiroshima

Was: Benefizkonzert zugunsten der IPPNW

Wann: Samstag, 6. August, 20 Uhr

Wo: Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, Breitscheidplatz, 10789 Berlin

Wer: Veranstaltet durch Filia GmbH, IPPNW-Concerts, Deutsch-Japanische Gesellschaft Berlin und der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche Berlin.

Freier Eintritt!

Unter der Schirmherrschaft der Botschaft von Japan in Deutschland

Programm:

Es spielt: Umi Garrett, Piano

  • J. S. Bach: Partita Nr. 2 c-Moll, BWV 826
  • W. A. Mozart: Klaviersonate Nr. 14 c-Moll, KV 457
  • F. Chopin: Etüde op. 10 Nr. 12 c-Moll
  • F. Liszt: Ungarische Rhapsodie Nr. 2 cis-Moll

 

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