Klaviertransport & soziale Projekte. Wie passt das zusammen?

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Klaviertransport und soziale Projekte - wie geht das?
Klaviertransport & soziale Projekte

„Allein essen ist wie allein sterben“

Über Piano-Express als Klaviertransporteur und Lastenträger, afrikanische Spruchweisheiten und die Freude, Reichtum in sozialen Projekten zu teilen

„Du weißt nicht, wie schwer die Last ist, die du nicht trägst.“

Seit seiner Gründung im Jahr 2001 ist das Unternehmen Piano Express unablässig gewachsen. Mit Freude und Dankbarkeit blicken wir zurück – auf die vielen Lasten, die Instrumente, die wir in Ihrem Auftrag transportieren durften. Auf die vielen geschenkten Augenblicke der Freude, die wir in unserem Beruf immer wieder erfahren. Aus einem kleinen Start-up im Berliner Umland wurde ein international tätiger Klaviertransporteur, der an 5 Standorten 170 Mitarbeiter beschäftigt und 48 Fahrzeugeinheiten sein eigen nennt. Eigentum verpflichtet – aber wozu?

Millionäre sind wir dadurch nicht geworden, aber als reich beschenkt empfinden wir uns in jeder Hinsicht. Umso mehr betrachten wir es als unsere Pflicht, das, was wir gewonnen haben, in den weiteren Ausbau unseres Unternehmens zu investieren und uns darüber hinaus auch sozial zu engagieren. So konnten wir zuletzt im Mai 2014 den Mitarbeitern der ehemaligen P&M-Gruppe eine neue berufliche Perspektive bieten, indem wir die damals insolvente Spedition übernahmen und in unser Unternehmen integrierten. Doch wollten wir nicht nur unser eigenes Süppchen kochen und es allein auslöffeln. Wir wollten es einer afrikanischen Weisheit folgend, auch mit anderen teilen, die weniger Glück im Leben haben, als wir.

„Eigentum verpflichtet“

– bringt es schließlich auch Artikel 14 unseres Grundgesetzes trefflich auf den Punkt. Die Frage ist nur: wozu?

Unter all den Abertausenden förderungswürdigen Projekten diejenigen auszuwählen, die wir unterstützen können und wollen, fiel uns anfangs nicht leicht. Zu groß ist die soziale Not in unserem Land und weltweit. Zu viele Menschen müssen Lasten tragen, die zu schwer für ihre Schultern sind, und nehmen dies doch mit Geduld und Lebensmut an.

Fördern und begeistern: kostenfreie Klaviertransporte für soziale und kulturelle Projekte

Entschieden haben wir uns schließlich für soziale Projekte, die uns beruflich wie privat gleichermaßen am Herzen liegen. Das sind zum einen innerdeutsche Projekte, bei denen wir direkt mit anpacken können. So unterstützen wir beispielsweise die Bechstein-Stiftung in ihrer wichtigen Zielsetzung, „das Klavierspiel auf breiter Ebene zu fördern“. Realisiert wird dies u.a. durch die kostenlose Vergabe von Instrumenten an Schulen. Gern übernehmen wir hier den Transport „auf Kosten des Hauses“, denn die Freude und die helle Aufregung der Kinder, wenn wir wieder einmal ein Klavier anliefern, ist der schönste Lohn, den wir uns für unsere Arbeit vorstellen können.

Spiel mit mir

Viele unserer Mitarbeiter transportieren Flügel und Klaviere nicht nur, sie spielen auch selbst ein Instrument. Musik ist ihnen ein Element, das Menschen zusammenführt, das Grenzen überwindet und Möglichkeiten zum Dialog schafft – jenseits sprachlicher oder sonstiger Barrieren. Mit großer Begeisterung haben wir daher die Entwicklung des Kulturevents „Play me, I’m yours“ verfolgt, das u.a. in München regelmäßig veranstaltet wird. Im Rahmen des Projektes werden Klaviere an öffentlich zugänglichen und gut frequentierten Plätzen aufgestellt und Passanten sind aufgefordert, darauf zu spielen oder den Klängen eines ihnen unbekannten Klavierspielers zu lauschen. Gern übernehmen wir auch für dieses großartige Münchner Kunstprojekt den kostenlosen Klaviertransport.

„Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Die nächstbeste Zeit ist jetzt.“

Nicht das Piano, sondern die Harfe gehört zu den populärsten Musikinstrumenten in Gambia, jenem kleinen westafrikanischen Land, das für seine „heiligen Krokodile“ ebenso bekannt ist wie für die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft seiner Bewohner.

Leider aber gehört Gambia auch zu den ärmsten Ländern der Region, was unter anderem daran liegt, dass das Land über keinerlei Bodenschätze und Rohstoffe verfügt, sodass die notwendigen Ausgaben für Importe die Einnahmen durch Exporte regelmäßig übersteigen. Das Land liegt nicht direkt an den Routen, die wir Tag für Tag abfahren, sodass es uns nicht möglich ist, hier kräftig mit anzupacken. Gern unterstützen wir aber unabhängige soziale Projekte, die für mehr Bildung und Gesundheit, nachhaltige Landwirtschaft und Entwicklung in Gambia sorgen wollen. Dabei haben wir bevorzugt Projekte ausgewählt, die nicht von Europa aus gelenkt werden, sondern von Menschen, die vor Ort leben und wirken und daher Konzepte entwickeln können, die genau auf den Bedarf des Landes und seiner Bewohner zugeschnitten sind.

Denn Gambia von außen zu verstehen, fällt nicht immer leicht. Schließlich finden sich hier mehr als 10 verschiedene Ethnien, die ungefähr 20 lebendige Sprachen sprechen; und obwohl das Land erst im Dezember 2015 zur islamischen Republik ausgerufen wurde, leben hier Vertreter aller Religionen, inklusive der indigenen „Voodo-Magier“ im friedlichen Miteinander.

Als Klaviertransporteure mit kleinen Handlungen an Großem mitwirken

„Ich werde das tun, heißt: noch nicht getan.“ Uns ist klar, dass es auf der Welt noch unglaublich viel zu tun gibt, damit sie allen Menschen ein Ort wird, an dem Frieden und Gerechtigkeit ihren festen Platz haben. Wir sind uns darüber im Klaren, dass wir mit unserem Bemühen von einer höheren Warte wie kleine schwarze Ameisen wirken, die in dunkler Nacht auf einem schwarzen Stein krabbeln. An die Summen, die ein Bill Gates zur Verfügung stellen kann, kommen wir auch nicht im Entferntesten heran. Aber das soll uns nicht davon abhalten, überhaupt etwas zu tun. Denn auch hier folgen wir einem weisen afrikanischen Sprichwort, das da lautet:

„Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht dieser Welt verändern."

 

(SWV)

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